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JuristIn (Wirtschaft):
Kurzbeschreibung:
Wirtschaftsrechtliche Berufe sind ein Überbegriff einerseits für Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen, die auf wirtschaftliche Themen, wie z.B. Vertrags- und Arbeitsrecht spezialisiert sind und andererseits für JuristInnen, die in (zumeist großen) Wirtschaftsunternehmen, Banken und Versicherungen tätig sind. WirtschaftsjuristInnen sind in verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens (Industrie- und Gewerbebetriebe, Versicherungen, Banken) tätig. WirtschaftsjuristInnen sind zumeist in den Rechtsabteilungen von großen Betrieben, Banken und Versicherungen tätig und erteilen hier Rechtsauskünfte, beraten die Unternehmensleitung (z.B. bei Vertragsabschlüssen) und vertreten sie in Rechtsangelegenheiten nach außen (z.B. bei Rechtsstreitigkeiten). In den Bereichen von Ein- und Verkauf arbeiten WirtschaftsjuristInnen an Vetragsverhandlungen und -abschlüssen mit (z.B. Lieferbedingungen, Haftungen u.ä.). Im Personalbereich verfassen WirtschaftsjuristInnen Arbeitsverträge und beraten die MitarbeiterInnen bzw. die Betriebsleitung bei innerbetrieblichen Rechtsproblemen.
Weitere Informationen:
Wegen der großen Vielfalt von Unternehmen, in denen JuristInnen berufliche Verwendung finden, sind allgemeingültige Berufsbeschreibungen nur schwer möglich.
Ein klassisches Betätigungsfeld sind Rechtsabteilungen, wo JuristInnen je nach Größe des Betriebes als GeneralistInnen oder - bei Beschäftigung mehrerer RechtsexpertInnen - in Spezialgebieten eingesetzt werden. Das Spektrum reicht also von allgemeiner Rechtsberatung der Geschäftsleitung, Filialen, Abteilungen und auch der KundInnen bis zur völligen Spezialisierung, je nach Tätigkeitsschwerpunkt des Unternehmens etwa in Bereichen wie Arbeitsrecht, Haftungsfragen, Kreditverträge, Medienrecht, internationale Steuer-, Versicherungsfragen, Umweltrecht, Datenschutz usw.. Ein wesentlicher Aufgabenbereich ist vielfach die Aufarbeitung von Gesetzesänderungen, bzw. deren Umsetzung im täglichen Geschäft. Manche rechtlichen Agenda, speziell Streitfälle, werden in Zusammenarbeit mit externen AnwältInnen/ Anwaltskanzleien bearbeitet: Der/die UnternehmensjuristIn nimmt in diesem Fall die Interessen seines/ihres Unternehmens wahr, führt Verhandlungen, bereitet die relevanten Unterlagen auf und besorgt den Informationsaustausch in Form von Anträgen oder Vorschreibungen. Weiters sind JuristInnen in Rechtsabteilungen vielfach mit dem gesamten Steuerbereich sowie teilweise mit den Fragen der Buchführung befasst. RechtsexpertInnen werden zunehmend auch bei kaufmännischen Entscheidungen hinzugezogen.
Außer in den Rechtsabteilungen sind JuristInnen in Zentralen von Wirtschaftsunternehmen traditionell vor allem in den Personalabteilungen beschäftigt. Die Tätigkeiten umfassen dabei hauptsächlich die Abfassung von Arbeitsverträgen und die Beratung der MitarbeiterInnen bei innerbetrieblichen Rechtsproblemen. Dazu kommt die Erstellung von Personalplänen, die Mitwirkung an der Personalpolitik sowie an der berufsbegleitenden Weiterbildung. In diesem Bereich ist freilich zunehmend mit Konkurrenz von betriebswirtschaftlich, bildungswissenschaftlich und ähnlich Ausgebildeten zu rechnen.
Je internationaler ein Unternehmen agiert, desto wichtiger sind Sprachkenntnisse und die Fähigkeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen am Standort von Zweigstellen bzw. am Sitz von Geschäftspartnern angemessen zu berücksichtigen. Nicht zuletzt gilt es dabei, die Diskussion bzw. Behandlung unternehmensrelevanter Rechtsfragen auf EU-Ebene zu beobachten.
Im Unterschied zu früher werden JuristInnen mittlerweile (nach einer Unternehmensbefragung) zu rund 85 Prozent in ausbildungsspezifischen Tätigkeitsbereichen eingesetzt. Ihre Chancen, für Controlling, Marketing, Ein-/Verkauf, Import/ Export usw. eingestellt zu werden, sind reduziert; auch für Organisation, Personalwesen und allgemeine Managementfunktionen werden AbsolventInnen wirtschaftswissenschaftlicher Studien eher bevorzugt. Zur Verbreiterung des Berufsspektrums bzw. zur Verbesserung der Karrierechancen im privatwirtschaftlichen Sektor empfehlen sich Zusatzqualifikationen im Bereich Managementwissen.
Vereinzelt bieten sich für JuristInnen auch Möglichkeiten bei internationalen Unternehmensberatungen (gesucht werden hier etwa ExpertInnen für EU-Recht, Umweltrecht oder Steuerrecht, betriebliche Altersvorsorge, Subventionsberatung u.ä.). Hier wird in der Regel eine gewisse Erfahrung vorausgesetzt. weil der Markt klein ist und entsprechende Beratungsleistungen zum Teil auch von Wirtschaftstreuhändern oder Anwaltskanzleien angeboten werden.
Aus- und Weiterbildungs- möglichkeiten:
Berufsspezifische Ausbildungen
Fernuniversitätsstudien
Universitätslehrgänge
Universitätsstudien
Weiterbildungen